„Bai“ nennen die Einheimischen die Salinen: „Da, wo die Tiere fressen“ bedeutet es oder im Falle der Dzanga-Bai „Dorf der Elefanten“. Denn besonders in dieser berühmtesten der großen Lichtungen mitten im Regenwald, deren salzhaltiger Boden die Tiere anlockt, findet man Waldelefanten in ungewöhnlich hoher Zahl.

Die Waldelefanten sind nicht mit den in der Steppe lebenden afrikanischen Elefanten zu verwechseln. DNA-Analysen haben ergeben, dass es sich bei den deutlich kleineren Waldelefanten um eine eigenständige Art handelt. Bis zu vier Meter Durchmesser haben die Löcher, die die Waldelefanten in den lehmigen Boden graben, um sich an der mineralstoffreichen Erde gütlich zu tun. Neben einem ausgeglichenen Nährstoffhaushalt reduziert der verzehrte Lehm den Einfluss von säuerlichen und leicht giftigen Pflanzen, die Elefanten in großen Mengen aufnehmen.


Schlamm schlemmen

Wenn Tiere Nährstoffe aus dem Boden beziehen, nennt man das "Geophagie".

Und dieser Nahrungszusatz hat es wirklich in sich: Ein weiterer netter Nebeneffekt soll eine gesteigerte Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit sein. Kein Wunder also, dass manche Bullen ihr gegrabenes Loch vehement gegen Artgenossen verteidigen und sich den menschlichen Beobachtern auf diese Art seltene Einblicke in das ausgefeilte Sozialverhalten der Dickhäuter bieten: Rund um das Wasserloch, das von einem dominaten Elefantenbullen beherrscht wird, stehen rangniedere Tiere und halten geduldig dessen Brunst- und Imponiergehabe aus.

Für die halbwüchsigen Bullen ist das eine echte Chance, sich schon ein paar „typisch männliche“ Eigenschaften abzugucken. Denn ihre Kindheit wurde von Elefantendamen bestimmt, die die Aufzucht der Kleinen übernehmen. Nun haben die jungen Bullen auf der Bai Gelegenheit, ein Verhältnis zu den erwachsenen zu entwickeln. Dabei kommt es zu sehenswerten Kraftproben, Zweikämpfen und Bekundung von Hierarchieansprüchen.


Waldarchitekten

Die Waldelefanten haben in diesem Ökosystem eine entscheidende Schlüsselfunktion. Ohne sie könnten sich viele Tropenbaumarten nicht fortpflanzen. Botaniker schätzen, dass der Waldelefant für mindestens ein Drittel aller großen Baumarten der wichtigste Samenverbreiter ist, denn hartschalige Kerne keimen erst, wenn sie den Darm des Elefanten passiert haben.

So üben Waldelefanten einen großen Einfluss auf die Aufrechterhaltung der Pflanzenvielfalt aus. Außerdem sind die stampfenden und Löcher grabenden Elefanten hauptverantwortlich dafür, dass die Salinen auf natürliche Weise erhalten bleiben und so bewahren sie vielen Spezies eine wichtige Nahrungsquelle. Zurecht gelten die Dickhäuter als die „Architekten des Waldes“.

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Gibt es Zwergelefanten?

Dieses Gerücht gilt mittlerweile als widerlegt. „Schuld“ an diesem Irrtum sind die Waldelefanten von Dzanga Sangha. In den Zeiten bevor man die Waldelefanten als eigene Art identifizierte, nahm man an, sie seien eine Miniaturausgabe der Savannen-Elefanten. Und als man dann auf einzelne, noch kleinere Exemplare traf, war die Legende vom Zwergelefanten geboren. Dabei ist die Erklärung ganz einfach: Im Regenwald ist es aufgrund des Nahrungsüberangebots möglich, dass Jungtiere auch ohne ihre Mutter überleben, was man von den in der kargen Savanne lebenden Elefanten nicht kannte. Außerdem wachsen den Waldelefanten viel früher lange Stoßzähne, so wurden heranwachsende Waldelefanten zu ausgewachsenen Zwergelefanten erklärt.

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