Das Regenwald-Reservat an der Südspitze der Zentral Afrikanischen Republik (ZAR) ist Teil des länderübergreifenden „Trinationale de la Sangha“, des zweitgrößten zusammenhängenden Regenwaldgebietes der Erde. In diesem einzigartigen Lebensraum finden sich fast die Hälfte aller bekannten Arten, Millionen Tier- und Pflanzenarten, so schätzt man, sind noch gar nicht entdeckt.

Spektakulärster Beleg für die große Artenvielfalt ist die Verbreitung von Großsäugern: Waldelefanten, Waldbüffel und Bongo-Antilopen suchen häufig die Salinen (Waldlichtungen mit salzhaltigem Boden) auf, deren mineralstoffreiche Erde ihnen „echte Leckerbissen“ beschert. Tief verborgen in den Wäldern leben die menschenscheuen westlichen Flachland-Gorillas. Seit 2002 unterstützt die Krombacher Brauerei den WWF dabei, dieses einzigartige Gebiet langfristig unter Schutz zu stellen.

Hauptstadt der Zentral Afrikanischen Republik ist Bangui im Osten des Landes mit etwa 700.000 Einwohnern. In großen Landesteilen herrschen Baumsavanne und lichte Wälder vor, nur an der Südspitze der ZAR, an den Grenzen zu Kamerun und dem Kongo, gibt es Regenwald. Der Nationalpark Dzanga Ndoki bildet zusammen mit den Nationalparks im Kongo und in Kamerun den Schutzgebietskomplex „Trinationale de la Sangha“. In Bayanga, einem Dorf von 5000 Einwohnern mitten im Dschungel, befindet sich der Sitz der Schutzgebietsverwaltung und des Projektes Dzanga Sangha. Wer hier lebt, versteht den Begriff „Regenwald“ vollkommen:


Das Regenwald-Volk

Die BaAka Pygmäen leben in kleinen Siedlungen am Rande des Regenwaldes.

Acht Monate dauert die Regenzeit an und die kurze Trockenperiode bietet auch wenig Angenehmes: Tagsüber wird es 40 Grad heiß bei hoher Luftfeuchtigkeit, nachts sinken die Temperaturen auf unter 10 Grad ab. Fußmärsche durch die schlammigen Schwemmgebiete des Sangha-Flusses sind natürlich auch kein reines Vergnügen. Daran wird ersichtlich, dass die Mitarbeiter vom WWF alles andere als Urlauber sind und ganzen Einsatz für den Erhalt der wunderbaren Wälder leisten.

Naturschutz ist harte Arbeit

Um den Regenwald von Dzanga Sangha zu bewahren, muss der WWF auf vielen Gebieten aktiv sein. Die Zentral Afrikanische Republik gehört nach wie vor zu einem der ärmsten Länder Afrikas. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen liegt bei etwas mehr als 40 Jahren, kaum jeder Zweite kann lesen und schreiben. Von den 3,7 Millionen Einwohnern beziehen gerade einmal ein paar Zehntausend ein Gehalt, wichtigster Arbeitgeber ist die Regierung und die ist häufig zahlungsunfähig. Unter diesen Bedingungen bedarf es engagierter politischer Arbeit, um Holz- und Landwirtschaft, die wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, von der Ausbeutung der Wälder abzuhalten. Als 1990 das Dzanga-Sangha Waldreservat zum ersten Schutzgebiet des Kongobeckens wurde, war den Mitarbeitern des WWF klar, dass Naturschutz nur in echter Teamarbeit zu leisten ist: Deswegen war und ist es wichtigstes Anliegen, das Regenwald-Projekt mit den Bedürfnissen der heimischen Bevölkerung zu vereinen.

In mühevoller Lobbyarbeit setzte sich der WWF in der Folge dafür ein, dass die korruptionsbehaftete Vergabe der Holzschlag-Konzessionen heute transparenter gestaltet wird und die Holz- und Landwirtschaft auch im eigenen Interesse auf eine nachhaltige Nutzung der Wälder setzen. Als großer Erfolg wird gewertet, dass das dortige Holzunternehmen Société des Bois de Bayanga unter dem gegenwärtigen französischen Besitzer darauf verzichtet, im Naturschutzreservat abzuholzen, obwohl es die Konzession für das Gebiet bezahlt. Aber auch der illegale Holzeinschlag und die Wilderei sind eine permanente Bedrohung, hier setzen sich der WWF und einheimische Ranger Tag und Nacht für den Schutz der Tiere und Pflanzen ein. Denn der Regenwald von Dzanga Sangha ist unersetzlich für unser Klima und letztes Rückzugsgebiet für tausende von Tier- und Pflanzenarten.

Dzanga Sangha-Galerie

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Regenwald-Report

„Bullenhitze“ und ständig „Ameisen in der Hose“ – Dirk Steffens war für das Krombacher Regenwald Projekt in Dzanga Sangha und liefert ganz besondere Einblicke über das Leben im Dschungel. Für den Tierfilmer ging  mit der Beobachtung von Waldelefanten und den seltenen Flachlandgorillas ein Traum in Erfüllung.
Ein etwas anderer Reisebericht

Naturerlebnis Sanga Lodge

„Das muss man mit eigenen Augen sehen“…sagt jeder, der einmal in Dzanga Sanga war. Um dieses einmalige Naturerlebnis für Interessierte zugänglich zu machen, wird die Doli Lodge bewirtschaftet. Beobachten Sie die Waldelefanten, gehen Sie auf Gorillapirsch und nehmen an der traditionellen Netzjagd der Pygmäen teil. Und der Regenwald-Schutz profitiert auch davon.
Besuchen Sie die Sanga Lodge


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