Unersetzliche Hilfestellung geben die BaAka-Pygmäen. Auch wenn viele Mitglieder dieses Naturvolkes ihren ursprünglichen Lebensstil zugunsten einer Arbeit bei den örtlichen Wirtschaftsunternehmen aufgegeben haben, finden sie im Naturschutzgebiet weiterhin natürliche Lebensbedingungen vor und werden in die Arbeit der Wildtierhüter eingebunden.

Die BaAka werden den Mbenga zugerechnet, einer der drei Pygmäen-Gruppierungen, die die Wälder Zentralafrikas bevölkern. Ihre Sprache setzt sich aus Elementen zusammen, die in allen Pygmäen- Sprachen vorkommen und Einflüssen eines Bantu-Dialektes, der eigentlich ausgestorben ist. Natürlich hat der Vorstoß der Industrie in den Regenwald auch das Leben der BaAka stark beeinflusst.


Im Wald zuhause

Mit ihrem Wissen über den Wald sind die BaAka unersetzliche Helfer für den WWF.

Viele arbeiten heute in der Forstwirtschaft, oder aber für den WWF, dem sie mit ihrem umfassenden Wissen über den Regenwald eine unersetzliche Hilfe geworden sind. Denn die seit Urzeiten im Regenwald lebenden BaAka sind die denkbar besten Fährtensucher: "Sie haben ihre ganz eigene Art den Wald wahrzunehmen. Ich gehe jetzt seit sieben Jahren Tag für Tag mit ihnen durch den Wald und sehe noch immer nur einen winzigen Bruchteil von dem, was sie sehen." Kommentiert eine WWF-Mitarbeiterin.

Die BaAKa führen Wildhüter-Patrouillen durch „ihr Zuhause“ und helfen bei der Annäherung an die menschenscheuen Flachland-Gorillas. Dennoch bewahren sie sich ihren traditionellen Lebensstil und das Dzanga Sangha Schutzgebiet gibt ihnen die Möglichkeit dazu.

Jagd


Naturnah

Trotz zivilisatorischer Einflüsse pflegen die BaAka ihre Verbundenheit zum Regenwald.

Eine wichtige Tradition ist die Jagd. In verschiedenen Konstellationen gehen die BaAka auf die Pirsch: Bei der Mulongo (Netzjagd) ziehen ganze Familien los, um kleine Antilopen, die sogenannten Duckerarten (Blauducker, Schwarzstirnducker, etc.) zu fangen. Die aus Lianen geflochtenen Netze werden vor Ort schnell aufgespannt und mit Holzstücken im Boden verankert. Im Anschluss können sich auch die Kleinsten einbringen, wenn die Beute mit lautem Geschrei aus ihrem Versteck getrieben wird. Die Jagd nach größeren Tieren, zum Beispiel dem Riesenwildschwein, mit Armbrust oder Lanze ist dagegen Männersache. In der Regenzeit verlassen die BaAka für mehrere Wochen ganz ihre Dörfer und pflegen in Jagdritualen ihre spirituelle Verbundenheit mit dem Wald.

Heilpflanzen

Für die fachkundigen Pygmäen ist der Regenwald mit seiner Artenvielfalt ein prall gefüllter Arzneischrank, der für beinahe jede Blessur ein Mittel bereithält – rezeptfrei und ohne Einsatz von Chemikalien: Bei Husten wird ein Tee aus dem Moseke-Baum bereitet, die geraspelte Rinde des Motunga lindert Fiebererkrankungen. Die Rinde des Bäumchens Elende schafft Abhilfe bei Atem- und Herzbeschwerden, bei Durchfall die Rinde des Mukatas. Zahnschmerzen macht der Bologno-Baum vergessen und der Malanga kann bei Nervenleiden und sogar Epilepsien helfen.

Andere Pflanzen bekämpfen Parasitenbefall oder Schlangenbisse und aus der Mokula-Pflanze wird ein Liebestrank erstellt. Aber auch die westliche Schulmedizin könnte ohne den Regenwald kaum existieren: 10 bis 20.000 unserer Medikamente basieren auf Regenwaldpflanzen, dabei ist gerade mal ein Prozent der unermesslichen Vegetation auf seine Heilwirkung hin geprüft worden. So haben nicht nur die BaAka ein Interesse an dem Erhalt der Wälder.

BaAkas-Galerie

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Naturerlebnis Sanga Lodge

„Das muss man mit eigenen Augen sehen“…sagt jeder, der einmal in Dzanga Sanga war. Um dieses einmalige Naturerlebnis für Interessierte zugänglich zu machen, wird die Doli Lodge bewirtschaftet. Beobachten Sie die Waldelefanten, gehen Sie auf Gorillapirsch und nehmen an der traditionellen Netzjagd der Pygmäen teil. Und der Regenwald-Schutz profitiert auch davon.
Besuchen Sie die Sanga Lodge


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